Schwimmen mit der DLRG

Ehrenamtliche unterstützen den Schwimmunterricht

Lauingen Schwimmen sollte jedes Kind nach der Grundschule können, deshalb ist der Unterricht deutschlandweit im Lehrplan vorgeschrieben. Trotzdem fallen in Bayern viele Stunden aus, oder sie können gar nicht stattfinden, da die Schwimmbäder in der Umgebung geschlossen sind, zu viele Schulen sich ein Schwimmbad teilen müssen oder es zu wenig ausgebildete Lehrer gibt. Der Artikel erschien auch in der Donau- Zeitung.

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Deshalb unterstützen die Ehrenamtlichen der DLRG den Schwimmunterricht der Lauinger Grundschule. In einer Mitteilung erklärt der Verband, wie die Situation in der Donaustadt ist: Nachdem das Lehrschwimmbecken an der Carolina-Frieß-Grundschule 1997 geschlossen wurde, zahlt die Stadt jedes Jahr einen nicht unerheblichen Betrag für die Nutzung des Schwimmbades an der Staatlichen Donau-Realschule Lauingen sowie die dafür erforderlichen Buskosten.
Dennoch reichen die Kapazitäten gerade aus, um allen Dritt- und Viertklässlern einen jährlichen Übungsblock von etwa 15 Doppelstunden zu ermöglichen.

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Das bedeutet: Zweimal pro Woche machen sich jeweils zwei Lehrerinnen mit 40 bis 45 Schülern mit dem Bus auf ins Hallenbad. Theoretisch dauert der Unterricht eineinhalb Stunden. Doch minus Busfahrt und minus Umziehen bleiben nur etwa 40 Minuten reine Übungszeit im Wasser. Nun sind die 40 bis 45 Schüler auch noch auf sehr unterschiedlichem Stand. Die Spannweite reicht von Kindern, die in Schwimmvereinen, DLRG oder Wasserwacht bestens geschult sind, bis hin zu Kindern, die noch nie in einem Schwimmbad waren – das sei, so heißt es in der Mitteilung, vorwiegend bei Schülern mit Migrationshintergrund der Fall.

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Die Lehrkräfte regeln den Schwimmunterricht aus Aufsichtsgründen vom Beckenrand aus. In der Mitteilung fragt die DLRG: Wie sollen da die etwa 40 Prozent absoluten Schwimmanfänger den Weg ins Wasser und vielleicht sogar zu einem Schwimmabzeichen finden?

Deshalb kommen – in Lauingen ein absoluter Glücksfall – die Ehrenamtlichen hinzu, die die Kinder im Wasser tatkräftig unterstützen. Friedrich Daub und Martin Birzele, Ausbilder bei der DLRG, und Amelie Zierhut vom Gundelfinger Schwimmverein stellen so sicher, dass nahezu jedes Kind zumindest die Anforderungen für ein Seepferdchen erreicht. Dazu gehören ein Sprung vom Beckenrand und 25 Meter schwimmen sowie das Heraufholen eines Gegenstandes aus schultertiefem Wasser.

Als weiterer Baustein der Unterstützung durch Ehrenamtliche schloss sich eine theoretische und praktische Wasserrettungseinheit an. Martin Birzele berichtete als langjähriger Wasserretter und Lehrscheininhaber den Grundschülern von seinen Erlebnissen und warnte vor Fehlern. „Hilfe holen“ und „Notruf wählen – 112“ sollte für Kinder an erster Stelle stehen, statt sich selbst in Gefahr zu begeben. Trotzdem wurde in der nächsten Schwimmstunde das Abschleppen ermüdeter Schwimmer mit verschiedenen Techniken geübt.

Zum Abschluss des Schwimmunterrichtes für dieses Jahr stand außerdem eine Fahrt in die Integrierte Leitstelle Augsburg (ILS) auf dem Plan, wo Verena Kohnle, ebenfalls von der DLRG und in ehrenamtlicher Funktion, erklärte, was am anderen Ende der „112“ passiert und wie Notrufe gesteuert werden. Außerdem zeigte Matthias von der Berufsfeuerwehr Augsburg Stadt den Fuhrpark, der so manche regionalen Feuerwehr vor Neid erblassen lassen würde. Als er zum Abschied noch aus circa acht Metern Höhe an der Stange in die Fahrzeughalle rutschte, war er bei den Schülern der Held des Tages.

Bayern ist spitze in der Zahl der tödlichen Badeunfälle und im Jahr 2018 sind diese weiter angestiegen, siehe Donau- Zeitung.

Darum ein Appell an die Eltern; wenn die Kinder das Seepferdchen haben, reicht das für sicheres Schwimmen nicht aus. Die Kinder benötigen Routine und die bekommen sie nur wenn sie weiter zum Schwimmen gehen. Auch wenn Fußball als Sport beliebter ist, nicht schwimmen können, kann tödlich enden.

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