Chronik der Carolina-Frieß Volksschule

Unsere Grundschule wurde im Jahre 1959/60 unter dem damaligen Bürgermeister Erwin Endress als reine Mädchenschule gebaut und erhielt zuerst den Namen "Albertus-Magnus-Schule".

Das Amt der Schulleiterin hatte Rektorin Barbara Schilling inne.

1970 wurde die reine Mädchenschule in eine gemischte Schule umgewandelt.

Der Name "Carolina-Frieß-Grundschule" entstand schließlich im Jahre 1992, als man beschloss, die verdiente Lauinger Mitbürgerin Carolina Frieß als Namenspatronin der Schule zu ehren.

Schwester Carolina Frieß (Maria Catharina Josephine Frieß)

Maria Catharina Josephine Frieß – der Vater aus einem alten Lauinger Geschlecht stammend, die Mutter eine Französin – kam 1824 in Paris zur Welt. Nach vier Jahren zogen die Eltern in die Heimatstadt des Vaters zurück und übernahmen das Gerber-Anwesen im Ried. Das Mädchen wuchs mit seinen Geschwistern auf, wurde dann zum geistlichen Onkel nach Eichstätt gegeben, um eine gute Schulbildung zu erhalten, und trat mit 16 Jahren bei den Armen Schulschwestern in Kloster ein. Nach ihrem Studium legte sie die Lehramtsprüfung ab, wurde zwei Jahre später eingekleidet und erhielt des Klosternamen Caroline. Am 18.Oktober 1847 reiste die mit der Oberin und vier Schwestern nach Pennsylvanien ab , um dort in einem unterentwickelten Gebiet eine Schule gründen zu helfen. Zwei Monate dauerte Schiffsreise. Sofort nach ihrer Ankunft gingen die Schwerstern unter größten persönlichen Entbehrungen an die Verwirklichung ihres Auftrages. 1850 wurde Schwester Carolina zur Generalvikaren in Amerika bestimmt. In ihrem neuen Amt entfaltete sich die bescheidene Ordensfrau zur großen Persönlichkeit. Neben der Modernisierung des Klosterlebens ging sie daran, in Baltimore, Philadelphia, Pittsburg, Buffalo, Milwaskee, New York und Detroit Schulen zu gründen. Es gelang ihr, junge Mädchen für ihren Aufgabe zu gewinnen, so dass ihr Wirkungsfeld ausweiten und neben Schulen auch Waisenhäuser errichten konnte.
Als Generaloberin reiste sie von Station zu Station, prüfend, mitsorgend, planend und ratend. In der Bewegung mit der Not und Armut der Bevölkerung erkannte sie, dass das Analphabetentum erkannte sie, dass das Analphabetentum das große Entfaltungshindernis für junge Menschen bedeutet. Sie litt unter der unerbittlichen Rassenkonfrontation – für sie warn alle Menschen gleich – kümmerte sich um Kinder der vielen Einwanderer, baute ihnen Brücken zur neuen Sprache und versuchte, ihnen Heimat zu geben. Im Krieg zwischen den amerikanischen Staaten richtete sie Lazarette ein, Schwarzen und Indianern.
Nach ihrer Goldenen Profess erkrankte sie 1891 in New Orleans, musste ins Mutterhaus zurück und starb nach qualvollen Monaten am 22. Juli 1892. Mutter Carolina Frieß war Trägerin der höchsten staatlichen Auszeichnung der USA. Heuer wird dort mit großen Feierlichkeiten ihre 100. Todestages gedacht.

"Brüderliche Liebe für alle Menschen ohne Unterschied!“ - Zitat von Schwester Carolina Frieß

Die Stadt Lauingen hat ihrer Grundschule den Namen „Carolina-Frieß-Schule“ gegeben, um das Andenken an diese Frau auch in der Heimat zu erhalten. Im Frühjahr des Jahres 1992 erhielt die Grundschule Lauingen den Namen dieser großen Frau. Ihr Wirken ist auch heute noch, in der Zeit des Rassenhasses und der Intoleranz, richtungsweisend und beispielgebend. (Max Springer)

geboren *21.08.1824 in Choisy, Paris

Vater: Johann Georg Frieß (Besitzer eines Lederwarenladens und einer Gerberei in Lauingen, Unteres Brunnental 23 >>> siehe Erinnerungstafel)

Mutter: Catarine Chapolard Frieß

Geschwister: Georg, Adolfine, Friedrich